Excel ist ohne Zweifel eines der erfolgreichsten und vielseitigsten Softwareprodukte, die je entwickelt wurden. Von der simplen Haushaltsrechnung bis zur komplexen Finanzmodellierung leistet das Tabellenkalkulationsprogramm weltweit treue Dienste. Doch in einem spezifischen Bereich der modernen Unternehmenswelt ist Excel nicht nur das falsche Werkzeug, sondern eine tickende Zeitbombe: In der IT-Dokumentation von kritischen Infrastrukturen (KRITIS) und NIS-2-regulierten Unternehmen.
Trotz der allgegenwärtigen Warnungen von Sicherheitsexperten und Auditoren wird das Asset-Management in erschreckend vielen Unternehmen noch immer in Form von endlosen, manuell gepflegten Tabellen betrieben. In diesem Beitrag beleuchten wir, warum dieser “Best-Effort”-Ansatz im Zeitalter von Cloud-Computing und hybriden Netzwerken radikal gescheitert ist und warum Regularien wie NIS-2 das endgültige Ende der Excel-CMDB einläuten.
Die Anatomie einer Excel-Katastrophe
Stellen wir uns ein typisches Szenario vor: Ein mittelständischer Energieversorger oder ein Krankenhaus (beides Paradebeispiele für kritische Infrastrukturen) nutzt eine zentrale Excel-Datei zur Verwaltung seiner Server, Router, Software-Lizenzen und Cloud-Instanzen. Diese Datei liegt auf einem Sharepoint-Laufwerk. Verschiedene Administratoren greifen darauf zu.
Auf den ersten Blick mag das pragmatisch erscheinen. Doch sobald man unter die Oberfläche blickt, offenbaren sich fundamentale Risse in diesem System, die im Ernstfall katastrophale Folgen haben:
NIS-2 duldet keinen Blindflug
Mit der Einführung der NIS-2-Richtlinie hat sich die Toleranz für solche Behelfslösungen in Luft aufgelöst. Die EU fordert von betroffenen Einrichtungen ein systematisches, nachweisbares Risikomanagement.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) macht in seinen Leitfäden immer wieder deutlich, dass die Identifizierung und Inventarisierung der informationstechnischen Systeme der unverzichtbare erste Schritt jeder Sicherheitsarchitektur ist. Wie wollen Sie das Risiko eines Cyberangriffs auf Ihre Lieferkette bewerten, wenn Sie nicht automatisiert nachweisen können, welche Systeme überhaupt existieren?
Auditoren sind darauf geschult, manuelle Listen sofort zu hinterfragen. Sie wissen, dass diese Listen in dynamischen Cloud-Umgebungen bereits beim Speichern veraltet sind. Wer bei einem Audit eine Excel-Tabelle als primäres Asset-Inventory vorlegt, hat das Audit praktisch schon in den ersten fünf Minuten verloren.
Die datengetriebene Alternative
Die einzige Antwort auf die Komplexität moderner IT ist vollständige Automatisierung. Eine moderne Asset-Management-Lösung funktioniert fundamental anders als eine statische Tabelle:
Fazit: Zeit für den digitalen Frühjahrsputz
Excel wird immer einen Platz in der Geschäftswelt haben – aber in der Verwaltung von IT-Assets für kritische Infrastrukturen ist dieser Platz definitiv nicht mehr. Die Risiken durch menschliche Fehler, fehlende Historisierung und mangelnde relationale Tiefe sind schlichtweg zu hoch.
Wer heute noch versucht, die Herausforderungen von NIS-2, KRITIS-Verordnungen oder komplexen Cloud-Migrationen mit Tabellenkalkulationen zu meistern, spielt mit der Sicherheit seines Unternehmens. Es ist an der Zeit, die Excel-Listen in Rente zu schicken und auf ein automatisiertes, dynamisches und historisiertes IT-Gedächtnis umzusteigen. Nur so behalten Sie in der hybriden IT-Welt die Kontrolle und bestehen jedes Audit mit Bravour.